Schluchtensteig, Etappe 6: von Todtmoos nach Wehr

Die letzte Etappe steht an, und inzwischen sind wir sehr routiniert beim morgendlichen was-packe-ich-ein-was-ziehe-ich-an-wo-ist-mein-Fläschchen.

Von Todtmoos aus geht es, wie könnte es anders sein, natürlich erstmal bergauf in den Wald. Die galoppierende Verbreitung von Deppenleerzeichen überall könnte etwas anderes nahelegen, tatsächlich sind die Todtmooser aber grammatikalisch auf der Höhe und die Klinik am Wegesrand hat sich nicht auf  Wandererleiden spezialisiert.

2013-06-14 09.20.54-1

Überhaupt gibt es viel Wald heute, und obwohl es zwischen Start- und Endpunkt eher bergab geht, ist die eine oder andere Steigung doch deutlich zu spüren. Zeitweise werden wir von wilden Tieren begleitet.

Unten irgendwo fließt die Wehra, und wir queren immer mal wieder kleine Bäche am Hang.

2013-06-14 13.59.05-1

Das Wehratal wird schmaler und dramatischer. Leider wird dadurch auch der Verkehr auf der Straße unten besser hörbar, wir fühlen uns heute nicht ganz so allein in der wilden Natur wie sonst.

An einer Stelle müssen wir einen umgestürzten Baum überklettern – Abenteuer! Inzwischen scheint es sogar noch einen weiteren umgestürzten Baum auf der Etappe zu geben, schreibt das offizielle Wegemanagement. Noch mehr Abenteuer.

Nach vielen, vielen weiteren Bäumen – die meisten halten sich wacker aufrecht – spuckt der Wald uns am Wehra-Stausee aus. Nach Wehr führt der Weg recht naturnah und mit minimalem Zivilisationskontakt immer am Fluss entlang, was sehr angenehm ist. Wanderwegeführung können sie in Wehr. Wir haben schon die Befürchtung, das Zentrum von Wehr gar nicht mitzubekommen, aber dann geht’s doch für die letzten paar Meter auf die Straße. Der Schluchtensteig endet sehr beiläufig und alles andere als Siegerfoto-tauglich an einer großen Baustelle. Auch sonst wird dieser historischer Moment, an dem wir den Schluchtensteig erfolgreich und trotzdem in akzeptablem Gesundheitszustand abschließen, von der Welt in Wehr völlig ignoriert. Unverständlich.

@deltasig
deltasig Bevölkerung von Wehr! Wenn Schluchtensteig-Helden nach 120 km ankommen, wäre eine Begrüßung mit Blaskapelle angemessen. Oder Cheerleader.

Schluchtensteig-Symbolbild des Tages:

 

Flattr this!

This entry was posted in unterwegs and tagged , . Bookmark the permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.