Elfenlay

Die Länge überschaubar, die Erlebnispunkte zahlreich, die Berichte (zum Beispiel bei WandernBonn.de, schlenderer.de oder Winnis Blog) lobend: die Traumschleife Elfenlay bietet sich als nette Samstagswanderung ja durchaus an. Dazu heute ein absolut traumschleifenwürdiges Wetter mit Sonne, einigen dekorativen Wölkchen, angenehmen Temperaturen und gelegentlich einem leichten Lüftchen. Perfekte Voraussetzungen.

Als wir an der Tafel ankommen, die den offiziellen Einstieg kennzeichnet, müssen wir allerdings erstmal ausdiskutieren, in welchen Richtung wir denn nun wandern wollen. Es zeigt sich, dass vier Leute bei zwei möglichen Richtungen problemlos sechs Meinungen haben können. Schließlich entscheiden wir uns aber für gegen den Uhrzeigersinn, das ist schließlich die offizielle Empfehlung.

Es geht erstmal direkt an der Hunsrückbahn moderat bergauf. Überhaupt sind die Steigungen eigentlich eher harmloser, als sie auf dem Streckenprofil aussehen. Immer mal wieder gibt es nette Aussichten über das Rheintal, so dass wir uns gezwungen sehen, schon bald die erste richtige Futterpause einzulegen. Die Brötchen müssen ja schließlich weg, und die ganze Strecke ist nur gut 10 km lang.

Der Weg verläuft meist in lichtem Wald. Und immer, wenn mitten im Wald ein Fahrplan für die Hunsrückbahn an einen Baum getackert ist, kann man sicher sein, dass von dort die Bahnstecke zu sehen ist. Mit oder ohne Viadukt.

Wir sehen einige Fahrpläne, einige Stücke der Bahnstrecke, aber keine Bahn. Offenbar huscht die immer gerade dann vorbei, wenn wir gerade mal keine Pause machen – was gefühlt sehr unwahrscheinlich ist.

Dass wir teilweise recht nah an einer Straße sind, merken wir nur daran, dass dort ein Feuerwehrwagen fährt. Mit voller Beschallung und eher langsam vorankommend, der Kurven wegen.

Einige hundert Meter folgen wir der Hochdruck-Gasleitung, die in bis zu 2m Tiefe verbuddelt ist und nur durch wackelige gelbe Pins zu erkennen ist. Aber hey, wir folgen quasi einem uralten Gashandelsweg, der auch heute noch die Versorgung von Boppard und den umliegenden Ortschaften sicherstellt. Was man nicht alles lernt, wenn man die entsprechenden Experten dabeihat. Natürlich muss man an so einen Pin auch schon mal eine kleine Pause machen, um das alles entsprechend würdigen zu können.

Kurz vor dem Sabelsköpfchen geht es über Felder und an einer Hundepension vorbei. Der Geräuschkulisse nach würde ich sagen: ausgebucht. Dann natürlich nochmal ein postkartentauglicher Blick in Richtung Bopparder Hamm. Während dieser Pause entdecken wir auch das Ziel des Feuerwehraufgebots: unterhalb des Jakobsbergs brennt der Hang. Selbst der Hubschrauber ist im Einsatz und wirf Rheinwasser ab – was aus der Entfernung eher nicht so effektiv aussieht.

Dann geht's allmählich wieder zurück ins Tal über weiterhin abwechslungsreiche Wege.

Insgesamt eine schöne Tour. Note to self: nächstes Mal wieder an die Hirschtalgcreme denken.

 

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