Wanderer im Regen: eine Typologie

Wandern kann man bekanntlich bei jedem Wetter, und (Achtung, jetzt wird’s hier so kreativ wie die panflötende Andengruppe in der Fußgängerzone) schlechtes Wetter gibt’s nicht, sondern nur falsche Kleidung. Jaja.

Was aber nun richtige und falsche Kleidung bei Regen ausmacht, welche Strategien der gemeine Wanderer da so entwickeln kann, das ist durchaus interessant zu beobachten. Und heute gab es dank segensreich feuchtem Wetter und einer trotzdem gut besuchten Strecke viele Anschauungsobjekte.

Bei diesen Feldstudien kristallisierte sich also folgende Typologie heraus:

  • Funktionsperfektionismus: regenfester Hut, funktionale Regenjacke mit Supidupi-Membran, der Rucksack mit eigenem Regentütchen geschützt. Schnittige Silhouette, triumphaler Blick.
  • Glöckner-Style: ein voluminöser und knielanger Regenumhang, der auch den Rucksack umfasst. Darunter vorzugsweise nackte und behaarte Beinchen, so dass die gesamte Gestalt, wie sie da aus dem Nebel auftaucht, verdächtig nach dem Glöckner von Notre Dame aussieht.
  • Glöckner-Style, gewollt und nicht gekonnt: mit einer ganz normale Regenjacke, die über (!) dem Rucksack getragen wird und vorn notdürftig von Hand zusammengehalten werden muss. Der Rucksack bleibt trocken, der Bauch eher nicht. Man muss Prioritäten setzen.
  • City-Style: wenn es regnet, nimmt man einen Schirm. Klar, oder? Tritt bei Wanderern gern auch in Verbindung mit dem seitlichen Umhängetäschchen auf.
  • Scheißegalismus: hey, so ein bisschen Regen ist doch kein Ding. Einfach das erhobene Haupt mit Würde vollregnen lassen. Sehr beeindruckend, jedenfalls bis zum Ausbruch der Erkältung und solange es sich nicht um Brillenträger handelt.

Übrigens gibt es auch Regenmäntel für Hunde, die so ein bisschen in Richtung Glöckner-Style gehen. Nur ohne Rucksack.

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