Filterblasendressur

Mittlerweile hat sich ein halbwegs stabiles System etabliert, nachdem ich mein kleines Internet nach interessanten Dingen durchkämme.

Eingangskanäle:

  • Twitter-Timeline: obwohl ich weniger als 250 Accounts folge, ist das gefühlt ein ziemliches Rauschen. Da landen aber natürlich Hinweise auf spannende Artikel genauso wie Banalitäten der Welt – Twitter halt. Bevor ich jemandem (zusätzlich) folge, überlege ich mir mittlerweile schon, ob derjenige mir den zusätzlichen geistigen Aufwand wert ist. Sehr schnatterige Accounts müssen schon interessant schnattern, sonst wird das nichts.
  • Twitter-Listen: netterweise bietet Twitter ja auch an, Accounts in Listen zusammenzustellen. Besonders geeignet für Themen, die mich nicht ständig interessieren, und natürlich für die notorischen Schnatternasen.
  • App.net-Timeline: ein ähnlich funktionierender Eingangskanal wie Twitter. Wichtig ist nur, bei App.net nicht die eigene Twitter-Timeline reproduzieren zu wollen (wäre ja auch langweilig), sondern bewusst nach anderen interessanten Leuten und Accounts zu suchen.
  • Feedly: mein RSS-Reader. Jeder sollte einen haben.
  • Zite: die App stellt Inhalte zu verschiedenen Themen selbst zusammen und hilft damit, den Horizont wieder etwas weiter zu ziehen.
  • Das Internet ansonsten: ja, manchmal finde ich über untergründliche andere Wege interessantes Zeugs. Passiert.

Mit diesen Eingangskanälen gehe ich absichtlich entspannt um. Soll heißen: das wird nicht „abgearbeitet“. Wenn ich keine Zeit habe, dann flutscht schon mal alles durch. Bei Feedly sammelt sich einiges recht lange, bis ich dann doch mal auf „mark all as read“ drücke. Devise: was wirklich wichtig ist, kommt wieder. Viele dieser Informationen sind peripheres Beiwerk, so wie man aus dem Fenster sieht und die Nachbarn den Rasen mähen sieht. Das ist auch eine Information, die ich nicht brauche, die ich nicht bewusst anfordern würde, die ich aber am Rande wahrnehme, wenn ich es zufällig sehe.

Die Weiterverwurstung und Endlagerung ist dann sehr abhängig von Thema, Menge, Zeit und dem Gerät in der Hand. Wenn ich etwas in Ruhe lesen will (und das gerade nicht kann), dann schiebe ich das erstmal zu Pocket. Bei Gelegenheit wird das dann gelesen oder – wenn’s ein Video ist, das kommt ziemlich häufig vor – an einem verregneten Sonntag nachmittag angesehen. Aber auch hier kein Zwang zum abarbeiten, und in der Konsequenz entwickelt sich bei Pocket allmählich ein zähes Sediment.

Was bei Pocket als gelesen markiert wird, landet automagisch (ifttt sei Dank) bei diigo. Damit ist der Anwendungsfall „ich hab irgendwann letztes Jahr dazu was gelesen, wo war das denn bloß“ halbwegs lösbar abgefangen.

Wenn der Inhalt selbst so interessant ist, dass ich ihn irgendwie behalten möchte, dann kommt es zu Evernote. Ich habe den Versuch aufgegeben, mir für alle möglichen Themen bei Evernote jeweils Notizbücher anzulegen. Im wesentlichen unterscheide ich zwischen selbst eingetippt, automatisch befüllt (ifttt!) oder interessantes Zeug von sonstwo. Letzteres landet in einem Notizbuch mit dem eingängigen Titel „catch-all“, und da fühlt es sich offenbar auch ganz wohl.

Symbolbild: nach der Informationsverarbeitung

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