Gesungen

Aus der Reihe „Komfortzonenstretching“ habe ich gestern einen Ausflug in das improvisierte Singen gewagt und den Workshop „Hören, Singen, Klingen!“ bei Dirk Eisenack mitgemacht. Um das wirklich würdigen zu können, muss man wissen, dass ich gar nicht singen kann. Meine Kindheit enthielt eine gewisse Menge an Blockflöten-, Klavier- und Gitarrenunterricht, aber das war es dann auch mit meiner aktiven musikalischen Betätigung. Wäre ja aber langweilig, wenn man auf ewig in der Komfortzone sitzen bliebe. Gewisse Zweifel hatte ich aber natürlich doch.

Und so war’s:

Es geht ganz harmlos und niederschwellig los, wir müssen erstmal nur einen Ton singen. Jeder darf sich einen aussuchen, es muss nicht zu den anderen passen, sogar zwischendurch atmen ist erlaubt, und dann darf es auch mal ein neuer Ton sein. Das scheint machbar. Erst im stehen, dann durcheinander gehen und die anderen dabei freundlich ansehen (huch!), dann mit geschlossenen Augen. Na also, das mit dem Singen ist doch gar nicht so schwer.

Die gesungenen Dialoge fallen mir auch nicht so schwer, da hilft mir vermutlich ein bisschen Erfahrung aus dem Impro-Theater. Etwas schwieriger ist für mich, einen Loop zu finden und weiterzusingen, während alle anderen irgendwas anderes singen. Ich möchte ja durchaus das Gesamtwerk hören und würdigen, aber dann gerät mir mein Loop schon mal durcheinander. Das sei aber Übungssache, sagt Dirk. Kann sein, Übung habe ich ja wirklich nicht.

Es ist aber wirklich beeindruckend, wenn acht Leute, die sich vorher (in der Regel) nicht kannten, nach wenigen Stunden gemeinsam und improvisiert einen satten Klangteppich und eine Solo-Improvisation darüber produzieren. Einfach so. Wow-Effekt.

Zum Schluss werden die Übungen noch freier. Wir besingen Postkarten (eine Szene mit Felsen und Meer braucht doch unbedingt Möwengeschrei, oder?) und dann völlig regellos frei in der Gruppe. Und es klingt erstaunlich gut.

Zur Nachahmung empfohlen.

Und wer wirklich mal sehen möchte, wie ein komplett improvisiertes Konzert aussehen kann, dem lege ich dringend, unbedingt und auf jeden Fall Songs of the Moment NORDIC – Live in Copenhagen an’s Herz. Ja, ich wiederhole mich. Trotzdem.

Songs of the Moment NORDIC – Live in Copenhagen from Kristian Skårhøj on Vimeo.

 

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