Pferdemädchen

Ich war so ungefähr 14, als ich zuletzt auf einem Pferd saß. Höchstens. Als ich jetzt die Gelegenheit hatte, die Reiterei mal wieder auszuprobieren, war das also durchaus ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang.

Es gab ja durchaus beruhigende Aspekte bei diesem Experiment. Die potenzielle Fallhöhe bei Islandpferden ist etwas geringer als bei Durchschnittspferden. Ich bekam die Chefin der Weide zugewiesen, eine gesetzte ältere Dame mit angenehm wohlwollender Sicht auf die Welt. Allerdings wurde ich auch gleich auf ein besonderes Risiko aufmerksam gemacht: besagte ältere Dame würde beim laufen halt gelegentlich einschlafen, und dann könnte sie schon mal stolpern, erst letztens hätte bei einer solchen Gelegenheit ein Reiter den Abgang gemacht…

Hinreichend beeindruckt und mit der festen Absicht, das Tier unter mir wach zu halten, ging es los. Erster Eindruck: die grobe Steuerung funktioniert noch wie damals, aber hatten die Pferde immer schon so ein delay dabei? Wenn ich jetzt zackig rechts wollte, tat sich zackig erstmal gar nichts, erst nach einer kleinen Weile ging’s dann um die Ecke. Die Geschwindigkeitssteuerung lief ebenfalls durchaus erfolgreich, lediglich die Gangschaltung war eher random. Da geht noch was.

Apropos Gangschaltung, so ein Islandpferd kann tölten, und dass ist so ungefähr das beste, was einem da oben passieren kann. Man sitzt gemütlich wie auf dem Sofa, und sssssst geht’s ab. Genial. Das nächste Ziel ist definitiv, diesen Zustand kontrolliert herbeizuführen.

Insgesamt ein sehr schönes Erlebnis, und eingeschlafen ist die ältere Dame auch nicht. Wiederholung nicht ausgeschlossen.

 

 

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3 Responses to Pferdemädchen

  1. Hihi, schön geschrieben! :)

  2. Marcel says:

    Haha, meine Freundin reitet auch und irgendwann blieb mir dann auch nichts anderes mehr, als das mal auszuprobieren. Damit habe ich in einem auch meinen Sicherheitsabstand vor diesen nicht so ganz kleinen Tieren verloren. Hat ziemlichen Spaß gemacht, seitdem möchte ich das eigentlich gerne nochmal machen – oder am liebsten mal Stunden nehmen, um’s zu lernen (mein bis jetzt erster und einziger Ritt beschränkte sich auf ein an Kinder gewöhntes und mit allen Wassern gewaschenes Bauernhof-Pony, welches wie in deiner Beschreibung auch dazu neigte, eher entspannt vor sich hin zu schlafen… da musste man nicht reiten können). Aber leider sind so Reitstunden auch direkt irrsinnig teuer… und Reitbeteiligungen und Stallbesuche erfordern dann auch meistens ein Auto und vieeel Freizeit… aber sonst… würde mich das sehr anmachen. Wieso ist das eigentlich ein „Mädchensport“?

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