31C3: unter Hackern

Irgendwann ist ja immer das erste Mal. Für mich war kürzlich (also: letztes Jahr) das erste Mal Chaos Communication Congress. A new dawn! Wie passend. Ich wollte da ja schon immer mal hin, aber irgendwie hat’s bisher nicht geklappt. Dieses Mal aber endlich, in der Kurzversion mit Tagesticket für Tag 2. Gleich mal den Spoiler vorneweg: das war ziemlich gut.

Allerdings: wer morgens um halb zehn ein Tagesticket kauft, darf noch nicht mit echtem Inhalt rechnen. Das ist offensichtlich zu früh für den gemeinen Nerd und Hacker.

Sehr gut dann sofort der erste Talk von Joscha: From Computation to Consciousness. Und ich habe meine gelegentlichen Gedankenexperimente hübsch eingebettet als Teil einer höheren Theorie wiedergefunden…

Auch gut, aber anders:

Und definitiv ebenfalls sehenswert, und wieder anders: Anita Gohdes zu Information Control and Strategic Violence am Beispiel von Syrien.

Die #31c3 Prime Time findet offensichtlich eher so nach 20:00 Uhr statt, gemessen an der Packungsdichte im Saal und dem Bekanntheitsgrad der Vortragenden. Jedenfalls war Reconstructing Narratives mit Jacob Appelbaum und Laura Poitras nochmal ein echtes Highlight.

Die erwähnten Spiegel-Artikel sind hier und hier. Die nächsten Tage habe ich mich dann auch mal damit beschäftigt, wie man hinreichend verschlüsselt kommunizieren kann. Gelandet bin ich bei Adium (für MacOS), ChatSecure (für Android) und RedPhone (für Android), aber irgendwo muss man immer ein paar Abstriche bei der Nutzerfreundlichkeit machen. Sehr hilfreich sind in jedem Fall die Anleitungen der Electronic Frontier Foundation.

Abgesehen von den Talks an sich war der 31C3 eine interessante Erfahrung. Beim Vorbeigehen auch mal an dem einen oder anderen Workshop hängengeblieben, die vielen Ideen bestaunt… Lockpicking (offenbar ein Massensport), Podcasting, Nähmaschinen, 3D-Drucker, LED-Spielereien, StarWars-Origami, … Und viele Leute, sehr viele Leute. In allen Formen und Farben, wenn auch mit einer deutlichen Häufung der Kombination männlich, bärtig, Hoodie. Insgesamt war das Publikum so bunt, international, nett, nerdig, humorvoll und aufgeschlossen, dass ich mich die ganze Zeit sehr wohl gefühlt habe.

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Danke an die Organisatoren und Angels! So eine Veranstaltung derartig reibungslos über die Bühne zu bringen, das ist ja auch eine echte Leistung.

Ach, und noch was: es wurde gebeten, keine Fotos von Menschen zu machen, ohne sie zu fragen. Und ich habe noch nie erlebt, dass sowas derart konsequent von allen eingehalten wurde.

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